|
Eine stolze Bilanz können die First Responder der Feuerwehr Baiersdorf ziehen:
Seit November 2002 im Dienst,
wurden sie am 21.01.2012 zum nunmehr 2000. Einsatz alarmiert.

Um 23:01 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg den First-Responder-Dienst zu einem chirurgischen Notfall in Igelsdorf. Der um 23:05 Uhr dort eintreffende Ersthelfer übernahm fachgerecht erste Maßnahmen bei dem älteren Patienten und überbrückte so die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen aus Erlangen, die um 23:13 Uhr beziehungsweise 23:15 Uhr den Notfallort erreichten. Anschließend unterstützte er deren weitere Arbeit bis zum Transport des Verunfallten in die Klinik.
Dieser Einsatz zeigt einmal mehr, dass die schnellen Ersthelfer der Feuerwehr in der Rettungskette der Region mit Recht ihren festen Platz haben.
Dabei sah das bei der Gründung im Herbst 2002 zunächst ganz anders aus. Damals sagte ihnen der damalige Leiter der Rettungsleitstelle Nürnberg „höchstens 80 Einsätze im Jahr“ voraus: Zu nah seien die Notarztstandorte und Rettungswachen in Erlangen und Forchheim. Doch bei der Feuerwehr der Meerrettichstadt ließ man sich nicht ins Bockshorn jagen. Schließlich wollte man keine Konkurrenz dazu sein, sondern nur dazu beitragen, das „therapiefreie Intervall“, also die Zeit vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, sinnvoll zu überbrücken und qualifizierte Erste Hilfe zu leisten.
Die Realität gab der Feuerwehr recht: Bereits im ersten Jahr fuhr man 255 Einsätze, 2004 sogar 265! Trotzdem gab es weiter Vorbehalte beim damaligen Leiter der Rettungsleitstelle. Erst ein „Machtwort“ von Landrat Eberhard Irlinger sorgte schließlich dafür, dass die First Responder bei Notarzt- und Rettungsdiensteinsätzen in Baiersdorf und den umliegenden Orten regelmäßig mit alarmiert wurden.
Im Gegenzug bekam die Feuerwehr von der Leitstelle Pflichtzeiten zugeteilt, an denen die Fahrzeuge fest besetzt sein müssen. So sind die beiden vorbildlich ausgerüsteten Kombis der First Responder werktags mindestens von 18:00 bis 6:00 Uhr, meistens sogar länger, im Bereitschaftsstatus, an Wochenenden und Feiertagen grundsätzlich rund um die Uhr.
Seit Mitte 2006 steht rund um die Uhr ein Rettungswagen des Roten Kreuzes in Baiersdorf parat – nicht zuletzt auch ein Resultat des hohen Einsatzaufkommens der Ersthelfer, die sich dadurch noch mehr in ihrer Notwendigkeit bestätigt sehen.

Mittlerweile stimmt übrigens auch das Klima zwischen First Respondern und Rettungsdienstorganisationen, nicht zuletzt durch Praktikumsschichten der Ersthelfer auf deren Rettungswagen. Diese muss jeder regelmäßig absolvieren, dazu Pflichtunterrichte, um auch das theoretische Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Diese können nicht nur in Baiersdorf, sondern auch in Kalchreuth, Bubenreuth, Burgthann und Stein b. Nürnberg absolviert werden – an den anderen Standorten der „Arbeitsgemeinschaft First Responder/Helfer vor Ort“ im Leitstellenbereich Nürnberg. Diese gibt auch klare Richtlinien für Aus- und Fortbildung sowie die Ausrüstung vor und organisiert entsprechende Veranstaltungen und Symposien.
Das ist auch wichtig, damit die Zusammenarbeit am Notfallort perfekt klappt – im Schnitt bei weit über 200 Einsätzen pro Jahr. Und die werden nicht nur in Baiersdorf und den Stadtteilen, sondern auch im Umkreis bis Hemhofen, Möhrendorf, Langensendelbach und Effeltrich gefahren, vereinzelt sogar in Neunkirchen a. Brand und Erlangen. Landkreis- und Bezirksgrenzen spielen dabei keine Rolle: Sowohl die Integrierte Leitstelle Nürnberg als auch die ILS Bamberg alarmieren die First Responder zur Ersten Hilfe bei allen Arten von medizinischen Notfällen, angefangen von einer unerwartet einsetzenden Geburt über Unfälle und plötzliche Erkrankungen bis zum Herzstillstand, daneben zum Transport der Hubschrauberbesatzungen, wenn der Landeplatz etwas entfernt liegt – und natürlich auch zum Eigenschutz der Feuerwehr bei größeren Einsätzen.
Und was verdient die Feuerwehr daran?
Nichts - sowohl der ärztliche Leiter, Dr. Christoph Grimm, als auch der nichtärztliche Leiter Manfred Sperk und die Mitarbeiter des First Responder Teams arbeiten völlig ehrenamtlich. Und auch die Feuerwehr oder die Stadt bekommen seitens der Krankenkassen, Sozialversicherungsträger oder anderer Stellen keinerlei finanzielle Abgeltung. Die anfallenden Kosten für Fahrzeuge, Ausrüstung und laufende Kosten werden zu 100% aus Spenden und den Mitgliedsbeiträgen des "Fördervereins First Responder Baiersdorf e.V." getragen!
Manchmal aber hängt ein Dankesbrief oder ein von einem Kind gemaltes Bild am schwarzen Brett in der Feuerwache – und darüber freut man sich in Baiersdorf dann noch mehr...
Stefan Brunner
Pressesprecher der FF Baiersdorf |